Siggy
Einige Daten zur Geschichte des
Großherzogtums Luxemburg:

963
Der Name Luxemburg taucht zum ersten Mal auf, als Graf Siegfried durch Tauschurkunde Lucilinburhuc , die " kleine Burg" auf den Felsen der heutigen Hauptstadt erwarb.
963 - 1136
In der Grafschaft Luxemburg regiert das Ardennerhaus. Mit dem Tod von Graf Konrad II. erlischt 1136 das erste Luxemburger Grafengeschlecht. Luxemburg fällt an Graf Heinrich IV. von Namur.
1196 - 1247
Nach dem Tod von Heinrich IV. ( 1196) wird Luxemburg an Otto von Burgund übertragen. Dieser verkauft es an Graf Theobald von Bar. Die Tochter Heinrich IV. - Ermesinde - die mit Theobald in erster Ehe verheiratet ist, vergrößert nach dessen Tod durch geschicktes Verhandeln den gräflichen Besitz und fördert damit das Staatswesen Luxemburgs durch die Einführung einer gut organisierten Verwaltung.
1247 - 1288
Heinrich V. und Heinrich VI. setzen die Politik ihrer Mutter und Großmutter fort. Sie erwerben weitere Besitztümer und führen etliche Herren in den Lehnsverband mit Luxemburg.
1308
Heinrich VII., Graf von Luxemburg, wird deutscher König und 1312 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.
1310
Heinrich VII. erhebt seinen 14- jährigen Sohn Johann zum Grafen von Luxemburg. Der später erblindete König Johann stirbt 1346 einen vielgerühmten Heldentod in der Schlacht bei Crécy.
1354
Johann`s Sohn, Karl IV., König von Böhmen und ab 1355 deutscher Kaiser erhebt Luxemburg zum Herzogtum und überträgt es seinem Bruder Wenzel I. Dieser erwirbt 1364 die Grafschaft Chiny, wodurch Luxemburg mit einer Fläche, die 4x so groß ist wie das heutige Großherzogtum Luxemburg, seine größte territoriale Ausdehnung erreicht. Nach dem Tod Wenzels fällt das Herzogtum an dessen Sohn Wenzel II., der stark dem Alkohol zuspricht und zunehmend an Macht verliert. Ihm folgt Sigismund, deutscher Kaiser und Herzog von Luxemburg, bevor das Herzogtum für lange Zeit zum Spielball der Mächtigen wird.
1443 - 1815
Das Herzogtum unterliegt einer ca. 400 Jahre währenden Periode wechselnder Fremdherrschaft durch die Burgunder ( 1443 - 1506), die Spanier ( 1506 - 1684) und ( 1697 - 1714, die Österreicher ( 1714 - 1795) und die Franzosen ( 1684 - 1697) und ( 1795 - 1814).
Der Name Luxemburg verschwindet von der Landkarte. Unter französischer Herrschaft wird die Burg durch Vauban, Festungsbaumeister Ludwigs XIV., zu einer der größten Festungsanlagen Europas ( Gibraltar du Nord) ausgebaut.
1815
Nach dem Niedergang Napoleons kommt es zur Neuordnung Europas durch den Wiener Kongreß, der den Staat Luxemburg aus sicherheitspolitischen Gründen - ohne jegliche Willensbekundung der Luxemburger zur Unabhängigkeit - installiert. Die östlich der Flußlinie Our-Sauer-Mosel gelegenen Gebiete, etwa ein Viertel des ehemaligen Herzogtums Luxemburg, fallen an Preußen. Der größere Teil des altluxemburgischen Landes erhält einen komplizierten rechtsstaatlichen Status:
Es wird zum Großherzogtum erhoben und bei gleichzeitigem Erhalt seiner Eigenständigkeit formal unter die Herrschaft von König Wilhelm I. der Niederlande gestellt, der in Personalunion Großherzog von Luxemburg wird. Zugleich wird die Rolle Luxemburgs als Vorposten der Preußen gegen Frankreich durch seine Eingliederung in den Deutschen Bund unterstrichen. Die Hauptstadt erhält einen preußischen Militärgouverneur und wird von preußischen Truppen besetzt. Die folgenden 15 Jahre unter holländischer Herrschaft zehren schwer an der Existenz der Luxemburger. Eisen - Billigimporte in das Niederländischer Königreiche verhindern den Absatz von eigenem Eisen, Sperrzölle die Ausfuhr von Wein. Besonders die neu erlassenen Schlacht- und Mahlsteuern setzen der Bevölkerung zu. Es kommt zu lokalen Aufständen und zur Auswanderung vieler Luxemburger nach Polen, Frankreich und Brasilien.
1830
Das weitere Schicksal Luxemburgs ist eng mit dem Streben der Südprovinzen der Niederlande ( Belgien) nach Selbständigkeit verknüpft. Nach dem Zusammenschluß der Südprovinzen mit den nördlichen Niederlanden ( Holland) und Luxemburgs zum "Vereinigten Königreich der Niederlande" durch den Wiener Kongreß fühlt sich der katholische, französischsprachige Süden durch den calvinistischen, niederländischsprachigen Norden zunehmend unterdrückt. Im August 1830 leitet der Brüsseler Aufstand gegen die holländischen Machthaber die Unabhängigkeit Belgiens ein. Große Teile Luxemburgs schließen sich der Revolution an. Im Oktober 1830 erklärt die Brüsseler Regierung Luxemburg zu einem Teil Belgiens.
1831
Auf der Londoner Konferenz entscheiden die Großmächte, Luxemburg unter Holland und Belgien aufzuteilen, jedoch ist Wilhelm I. erst 1838 bereit, die Gebietsverluste hinzunehmen.
1839
Im Londoner Protokoll übertragen die Großmächte den wallonischen Teil Luxemburgs - heute die belgische Provinz Luxembourg - auf Belgien und beschließen, das restliche Land als politisch eigenständiges Territorium bei der niederländischen Krone zu belassen, Luxemburg erhält seine heutige territoriale Gestalt.
1841
Wilhelm II. zwingt dem Großherzogtum eine der niederländischen Verfassung nachgebildete Ständeverfassung auf.
1842
Das Großherzogtum tritt dem Deutschen Zollverein bei.
1848
Luxemburg erhält eine neue, von Luxemburgern ausgearbeitete, liberale Verfassung. In ihr sind die politischen Grundrechte der Luxemburger, die Teilung der Gewalten und die Pressefreiheit festgelegt.
1856
Wilhelm III. löst das Parlament auf und zwingt Luxemburg unter eine neue autoritäre Verfassung. Die politischen Zugeständnisse von 1848 werden weitgehend rückgängig gemacht.
1866
Trotz der Auflösung des Deutschen Bundes weigert sich Preußen, seine Besatzungstruppen aus der ehemaligen Bundesfestung abzuziehen.
1867
Aufgrund des Versuchs, Napoleon III., Luxemburg von Holland zu kaufen, droht Krieg zwischen Frankreich und Preußen, da Bismarck Luxemburg nicht abtreten will. Zur Lösung der " Luxemburger Frage" greifen die Großmächte den Vorschlag Prinz Heinrichs auf, Luxemburg von preußischen Truppen zu räumen und dem Staat Neutralität zu verleihen. Am 11. Mai 1867 beschließen die europäischen Mächte auf der Konferenz in London, Luxemburg immerwährende Neutralität zu garantieren. Am 9. September verläßt das letzte preußische Bataillon die Hauptstadt des Landes und man beginnt unverzüglich, die Festung zu schleifen.
1868
Luxemburg erhält eine neue, liberalere Verfassung, die in ihren Grundzügen bis heute gültig ist.
1890
Herzog Adolf von Nassau wird vierter Großherzog von Luxemburg.
1905
Nach dem Tod von Großherzog Adolf wird dessen Sohn Wilhelm IV. Großherzog von Luxemburg.
1912
Marie-Adelheid, Tochter Wilhelms IV. wird mangels männlichen Nachwuchses Großherzogin von Luxemburg.
1914 - 1918
Erster Weltkrieg. Unter Verletzung der durch den Londoner Vertrag garantieren Neutralität marschieren am 2. August 1914 deutsche Truppen in Luxemburg ein und halten das Land während der 4 Kriegsjahre besetzt.
1919
Großherzogin Marie-Adelheid dankt zugunsten ihrer Schwester Charlotte ab.
1920
Die Alliierten erkennen Großherzogin Charlotte offiziell als Staatsoberhaupt Luxemburgs an.
1939 - 1945
Zweiter Weltkrieg. Entgegen der Versicherung, die Neutralität Luxemburgs zu respektieren, besetzen deutsche Truppen im Mai 1940 ganz Luxemburg. Großherzogin Charlotte und die Regierung des Landes gehen ins Exil. Unter der Gewaltherrschaft des nationalsozialistischen Regimes werden Tausende von Luxemburgern zwangsevakuiert, über 10 000 Männer zum Militärdienst und 3600 Frauen in den Arbeitsdienst gezwungen. Bei der " Ardennenoffensive " unter dem Kommando Marschall von Rundstedts dringen am 16. Dezember 1944 starke deutsche Verbände in das bereits durch die amerikanische Armee befreite Luxemburg vor, überrennen in wenigen Tagen das gesamte Ösling mit den Städten Wiltz,Clervaux und Vianden, und können erst vor den Toren des belgischen Bastogne gestoppt werden. Ein Einnahme der Hauptstadt wird durch den heldenhaften Einsatz von Soldaten der amerikanischen Befreiungsarmee verhindert und der Angriff durch amerikanische Truppen unter General Patton bei starken Verlusten auf beiden Seiten zurückgeschlagen. Bei Kriegsende hat Luxemburg 5700 Kriegsopfer, das sind 2 % der gesamten Bevölkerung, zu beklagen - ermordete Juden, Widerstandskämpfer, Zwangsrekrutierte, zum Arbeitsdienst gezwungene und zivile Opfer.
1945
Großherzogin Charlotte kehrt aus dem Exil zurück. Luxemburg ist Gründungsmitglied der Vereinten Nationen.
1948
Durch Änderung der Verfassung beendet Luxemburg seine Neutralität und führt die allgemeine Wehrpflicht ein.
1949
Luxemburg ist Gründungsmitglied der NATO und des Europarates.
1952
Luxemburg wird Sitz der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl.
1964
Großherzogin Charlotte dankt zugunsten ihres Sohnes Jean ab, der bis heute Großherzog von Luxemburg ist.
1967
Luxemburg schafft die allgemeine Wehrpflicht ab.
1984
Letzebuergesch wird zur Nationalsprache erhoben.
1985
Am 14. Juni wird beim luxemburgischen Moselort Schengen das Schengener Abkommen geschlossen.
1995
Luxemburg präsentiert sich als "Europäische Kulturhauptstadt". Über das Jahr verteilt finden im ganzen Land über 500 Veranstaltungen statt.
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